Geschnitzte Holzhäuser leuchten dank Energiebaum

Anfang des Schuljahres schnitzten Schülerinnen und Schüler der Mittelschule Weidenberg aus Wurzelstämmen kleine Häuser – unter Anleitung von Holzbildhauer Clemens Reichstein (Halle/ S.) entstand so eine ganze Miniaturstadt. Beim Schulfest der Grund- und Mittelschule Weidenberg am 24.5.2014 begann diese Stadt nun zu leuchten – dank eines außergewöhnlichen Energiebaums.

Clemens Reichstein inmitten der Miniaturstadt

Clemens Reichstein inmitten der Miniaturstadt

Der Workshop fand statt im Rahmen von energy-in-art, einem außergewöhnlichen Energiekunstprojekt, das von der Bioenergieregion Bayreuth initiiert wurde. Die Idee des Workshops besteht darin, aus Wurzelstämmen von Apfelbäumen eine Miniaturstadt zu schnitzen, die über einen sogenannten Energiespeicherbaum zum Leuchten gebracht wird. Der Baum hat keine Blätter sondern verfügt stattdessen über eine Vielzahl kleiner Photovoltaikmodule, die die Stadt mit der benötigten Energie versorgen.

Ein Solarmodul des Speicherbaums

Ein Solarmodul des Speicherbaums

Die Beleuchtung in der Miniaturstadt soll darauf hinweisen, dass sich die Verwendung der gespeicherten Energie vor allem in den Städten vollzieht. Im Projektunterricht bearbeiteten Schülerinnen und Schüler der Mittelschule Weidenberg eine Woche lang verschiedene Stämme und schufen sich so ihre eigenen, detailreichen „Traumhäuser“.

Am 24. Mai wurde das Projekt im Rahmen des Weidenberger Schulfestes nun fertiggestellt. Holzbildhauer Clemens Reichstein verband die Häuser der Schüler mit dem von ihm gefertigten Energiespeicherbaum und brachte die Stadt – dank der Energie der Sonne – zum Leuchten.

Ein ähnliches Projekt realisierte der Künstler bereits im Sommer 2013 an der Scherzenmühle in Weidenberg. Dort schufen Mitglieder des Fichtelgebirgsvereins ebenfalls eine Miniaturstadt, die über eine mit Wasserkraft betriebene Mühle, ganz in Anlehnung an das Original-Mühlrad der Scherzenmühle am benachbarten Fluss Steinach, mit Energie versorgt wird.

Mit Großskulpturen, Workshops und Internet-Events will energy-in-art ein kreativer Motor der Energiewende sein. Der Clou dabei ist die Verknüpfung von Energiekunst­projekten mit konkreten Initiativen zum umweltverträglichen Ausbau der Bioenergie. Das innovative Projekt hat entscheidend dazu beigetragen, dass die Region Bayreuth seit 2009 als Bioenergie-Modellregion des Bundes gefördert wird.

Ihren ersten Härtetest haben Baum und Häuser übrigens bereits bestanden: ein spontaner Wolkenbruch ließ das Weidenberger Schulfest zwar buchstäblich „ins Wasser fallen“, die Beleuchtung der Miniaturstadt funktionierte jedoch – zur Freude von Künstler Clemens Reichstein – einwandfrei.


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